Liebe Schachfreunde, lieber Wolfgang,

35 Jahre sind eine lange Zeit. Und wenn Du nicht gerade Versicherungen verkauft oder Gitarre gespielt hast, hast Du Dich in diesen 35 Jahren dem Schach gewidmet.

Bereits 1979 hast Du erkannt, dass Deinem kleinen Heimatort an der Mosel ein Schachverein fehlt und sogleich den Schachclub Trittenheim gegründet, für den Du auch heute noch spielst. Viele Jahre warst Du Vereinsvorsitzender und hast Dich vor allem für das Jugendschach in der Region eingesetzt. Ebenfalls im Jahr 1979 wurdest Du zum Bezirksjugendleiter gewählt und warst in dieser Funktion auch bei der Gründungsversammlung der Schachjugend Rheinland 1983 anwesend. Schließlich wurdest Du deren Vorsitzender und brachtest Dein Engagement ab 1986 auch in verschiedenen Funktionen der Schachjugend Rheinland-Pfalz ein. Du wirktest dort in verschiedenen Funktionen, brachtest die Kaderschulungsprogramme entscheidend mit auf den Weg, wurdest schließlich 1. Vorsitzender und bist es bis heute.

Auch wenn Du um die Jahrtausendwende eine schwierige Zeit durchlebt hast, konnte Dich nichts von Deiner Begeisterung und Deinem Engagement für das Jugendschach abhalten. Und dieses Gefühl hast Du stets an die Kinder und Jugendlichen weitergegeben.

Vielleicht erinnerst Du Dich noch an das kleine Mädchen aus Trier, das damals in der u10 mit dem Schach angefangen hat und für das die Turniere und Veranstaltungen stets tolle Erlebnisse waren, was sich in der gesamten Jugendzeit auch nicht geändert hat. Und wenn man eine schöne Zeit erlebt hat, will man auch etwas zurückgeben. An das Schach, an Kinder und Jugendliche, aber auch an Menschen, die einem mit viel Begeisterung und Engagement diese Zeit ermöglicht haben.

Daher freue ich mich ganz besonders, dass ich Dir, lieber Wolfgang, heute die Silberne Ehrennadel der Deutschen Schachjugend verleihen darf. Vielen Dank für 35 Jahre Jugendschach und herzlichen Glückwunsch!

Lisa Molitor
Finanzreferentin Deutsche Schachjugend

 

Liebe Schachfreunde,

als Ehrenvorsitzender der Schachjugend Rheinland-Pfalz möchte ich mich zu Beginn meiner Laudatio zunächst bei unserem Präsidenten Achim Schmitt recht herzlich bedanken, dass er mir heute die Möglichkeit gegeben hat, mich bei einem Mitstreiter bedanken zu können, mit dem ich über viele Jahre hinweg vertrauensvoll zusammenarbeiten durfte.

Liebe Schachfreunde,

in Würdigung seiner Verdienste um das Jugendschach in Rheinland-Pfalz wird die Schachjugend Rheinland-Pfalz heute Viktor Wiens mit der Ehrenmitgliedschaft auszeichnen.

Lieber Viktor,

als ich mich vor einiger Zeit mit deiner Frau am Telefon unterhalten habe, sagte sie unter anderem folgenden Satz:

Wissen Sie  “Schach das ist sein Leben und ganz besonders das Jugendschach hat ihn ein Leben lang begleitet“…...

Wir alle im Vorstand, die wir über viele Jahre hinweg mit dir zusammenarbeiten durften, können die Worte deiner Frau nur bestätigen.

Mit deinem Wissen, deinen Ideen und deinem beispiellosen Einsatz hast du lieber Viktor,
den Weg der Schachjugend Rheinland-Pfalz in den letzten 10 Jahren entscheidend beeinflusst.

Bevor ich nun auf dein Wirken bei der Schachjugend Rheinland-Pfalz nähers eingehen werde, möchte ich der heutigen Jugendversammlung den Menschen Viktor Wiens kurz vorstellen.

Viktor wurde am 31.05.1953 in Karaganda in Kasachstan geboren.

Zusammen mit 2 Brüdern und 2 Schwestern verbrachte er seine Jugendzeit in der früheren Sowjetunion, wo er am 29. 04.1978 seine Frau Erika heiratete.
Das Glück war perfekt, als zunächst am 13.02.1979 sein Sohn Hans und 6 Jahre später mit Dietrich ein weiterer Junge geboren wurde.

Nach der Vorstellung deiner persönlichen Eigenschaften möchte ich nun den schachlichen Werdegang von Viktor Wiens bis hin zur Schachjugend Rheinland-Pfalz aufzeigen.

Nach meinen Informationen wollte der Abiturient Viktor Wiens zunächst ein Studium beginnen, doch eine ernsthafte Erkrankung hat dies leider verhindert.

Nach dieser im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhaften Erfahrung gründete Viktor eine Schachschule und unterrichtete dabei auch in den öffentlichen Schulen seiner Heimatstadt.

Mein Informant, der mir diese Unterlagen freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, spricht in diesem Zusammenhang auch von einem so genannten Pionier-Haus, in dem Viktor unterrichtet haben soll.

Im Lauf der Jahre entwickelte sich seine Schachschule zu einem anerkannten Leistungs-zentrum, so waren einige seiner Schützlinge ständige Teilnehmer der Sowjetischen Jugendmeisterschaften.

Den größten Erfolg jedoch erzielte Viktor mit seinem Schüler Boris Avrukh, der 1990 die Jugendweltmeisterschaft U12 gewann!!

Übrigens ist Boris Avrukh heute Großmeister mit einer ELO von zirka 2700.

Selbstverständlich wurden diese Erfolge auch von den verantwortlichen Funktionären der Sowjetunion gebührend gewürdigt, so hat man Viktor mit der Leitung mehrerer UDSSR-Meisterschaften beauftragt.

Die Übersiedlung von Viktor mit seiner Familie in die Bundesrepublik, am 08.04.1990, war für das Jugendschach in Rheinland-Pfalz von größter Bedeutung.

Nach zirka 1 ½ Jahren Aufenthalt in Stromberg, hat Viktor endgültig in Bad Kreuznach seine zweite Heimat gefunden.

In der Chronik über das Jugendschach in Rheinland-Pfalz wird der Name Viktor Wiens erstmalig im Jahre 1992 erwähnt, dabei wird er als Helfer des Turnierleiters vorgestellt.

Nach einigen Gastbesuchen bei den Vorstandssitzungen der SJRP wurde seine endgültige Aufnahme in den Vorstand der Schachjugend Rheinland-Pfalz, bei der Jugendversammlung am 04.September 1993 in Heidesheim vollzogen.

Mit Viktor Wiens als Spielleiter, Wolfgang Clüsserath als 2.Vorsitzenden, Günter Haag als Spitzensportreferent und Thomas Klein als Kassenwart, um nur einige Namen zu nennen, durfte ich als Vorsitzender die Schachjugend Rheinland-Pfalz leiten und dabei eine für mich unvergesslich schöne Zeit verbringen.

Gleich zu Beginn unserer Zusammenarbeit hat Viktor mit seinen Ideen, seinen für damalige Zeit revolutionären Vorstellungen von Kaderschulungen und Spitzensportförderung, bei seinen Vorstandskollegen aufmerksame Zuhörer gefunden.

Wenn man bedenkt, dass zur damaligen Zeit in der Bundesrepublik die Kadermitglieder älter als 16 Jahre sein mussten und Viktor sich, auf seine Erfahrungen in der Sowjetunion gestützt, für eine Kaderschulung im Grundschulalter einsetzte, dann lagen Welten zwischen beiden Auffassungen.

Ich kann mich noch genau erinnern als wir beide, Viktor und ich,

1994 bei der Jugendversammlung der Deutschen Schachjugend anwesend waren und Viktor seine Ideen vortrug.

Was haben die Leute gestaunt, anschließend diskutiert und letztendlich seine Pläne als nicht durchführbar abgelehnt.

Viktor hat alle Zauderer eines Besseren belehrt.

Zwischenzeitig hat auch die Deutsche Schachjugend nicht nur seine Vorstellungen von einer sinnvollen Spitzensportförderung übernommen, auch verschiedene Änderungen der Spielordnung tragen seine Handschrift.

Ein weiteres Ereignis möchte ich in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen.

Nachdem die Schachjugend Rheinland-Pfalz die Vorstellungen von Viktor umgesetzt hatte, zeigten sich bei den Rheinland-pfälzischen Jugendlichen erste Leistungssteigerungen.

In den Anfangsjahren unserer Erfolge haben sich die Schachfreunde aus dem Landesverband NRW für unser Spitzensportkonzept interessiert.

Der Landesverband NRW, der schon immer führend in der Kaderschulung war, wollte plötzlich zusammen mit dem Landesverband Rheinland-Pfalz, gemeinsame Kaderschulungen durchführen!

Was für eine Anerkennung unserer Arbeit, die wir nicht zuletzt den Initiativen von Viktor zu verdanken haben.

Liebe Schachfreunde, was der Satz

Schach das ist mein Leben,

für Viktor und seine Familie bedeutet, habe ich am Anfang meiner Würdigung bereits dargelegt.

Schach das ist mein Leben,

mit diesem Satz zeigt Viktor seine tiefe Verbundenheit mit dem Jugendschachsport.

Wer Viktor einmal bei den Landesmeisterschaften erlebt hat, kann dieses Bekenntnis erst richtig verstehen.

Seine Reden bei den abschließenden Siegerehrungen sind für mich jedes Mal ein Erlebnis.

Mit seinem Lob aber auch berechtigtem Tadel übermittelt er Unverholen den Eltern und den Jugendlichen seine Vorstellungen von einem fairen Wettkampf.

Mit seiner offenen und direkten Art der Auseinandersetzung hat sich Viktor sowohl bei den Jugendlichen, Eltern und Vorstandskollegen viele Sympathien erworben.

Spitzensportförderung und Kaderschulung in Rheinland-Pfalz sind untrennbar mit dem Namen Viktor Wiens verbunden.

Leider wird Viktor aus gesundheitlichen Gründen bei den anschließenden Wahlen nicht mehr kandidieren. Wir alle bedauern dies sehr und würden ihn gerne umstimmen.

Sein Sohn Hans hat mir in seiner Wertschätzung über seinen Vater unter anderem folgenden Satz geschrieben:

“ Wenn Vater am Wochenende zu Hause ist und kein Schachturnier leitet, geht er der ganzen Familie gewaltig auf die Nerven ……..“

Lieber Viktor,

Hans möge mir meine Offenheit verzeihen,

der einzige Grund, warum ich diesen Satz öffentlich weitergebe, ist die Tatsache, dass wir alle hier im Saale dich für eine Wiederwahl gewinnen möchten.

Abschließend nochmals Danke für dein Engagement, deine Freundschaft, die Schachjugend Rheinland-Pfalz hat dir viel zu verdanken.

Wir alle wünschen dir und deiner Familie für die Zukunft alle Gute.

Horst Ormersbach, Ehrenvorsitzender SJRP
Schifferstadt, September 2004

Meine Schachanfänge

1971, direkt nach den Sommerferien, mit 18 Jahren, besuchte ich zum ersten Mal einen Schachclub – die Schachabteilung der TSG Mutterstadt, dort erfuhr ich, dass eine Woche später die Bezirksmeisterschaften beginnen ich meldete mich gleich an, in der letzten von 5 Runden erzielte ich mein erstes Remis.

Weihnachten 1971: ich erhielt mein erstes Schachbuch: Tarrasch, „Das königliche Spiel“,
noch unter dem Weihnachtsbaum begann ich mit dem Studium dieses Buches.

Bei den danach stattfindenden Bezirksjugendmeisterschaften reichte es bereits zum ersten
Titelgewinn, meine erste und einzige Pfalzjugendmeisterschaft folgte, unter 16 Teilnehmern (damals gab es noch keine Altersklassen) wurde ich 15.
Die Neustädter Keller und Behr waren damalsdie Stars.

Anschließend war ich bereits zu alt für die Jugend.

Im zweiten Jahr wurde ich bei nur vier Teilnehmern bei den Bezirksmeisterschaften schon Zweiter. Weil der Sieger nicht beim Schachkongress teilnehmen wollte, stand ich zum ersten Mal gleich im MAT.

Seit diesem Jahr 1972 spielte ich sämtliche Schachkongresse mit, also 33 bis jetzt.

Immer im Wechsel MAT, MTB und MTA. Erst in den letzten beiden Jahren spielte ich im Hauptturnier. In diesem Jahr siegte ich im Hauptturnier und werde nächstesJahr wohl wieder im MAT spielen.

Mit jetzt 187 DWZ-Auswertungen habe ich die meisten Auswertungen aller Spieler In der Pfalz.

Meine beste Elozahl war mal 2320, heute liegt meine DWZ knapp unter 2000, eine schlechtere DWZ hatte ich vorher nie. Ob das die Midlife-Krise ist, die hoffentlich bald wieder vorbei ist ? Denn Spass macht es wie eh und je.

Erfolge

  • Pfalz-Pokal-Sieger
  • Sieger im MTB
  • Zwei Teilnahmen an den Rheinland-Pfalz-Einzelmeisterschaften
  • Zahlreiche Bezirksmeistertitel,
  • Vereinsmeistertitel im Turnierschach, Schnellschach, Blitzschach
  • Fernschach-RLP-Meister

Eine Sammlung von über 50 Pokalen macht meiner Frau das Leben schwer.

Funktionstätigkeiten

  • Ingosachbearbeiter im Bezirk II der Pfalz
  • Damenreferent Pfalz
  • Kassenwart Pfalz
  • Bezirksspielleiter
  • Vorsitzender Schachjugend Pfalz
  • Spitzensportreferent in der Pfalz
  • Schriftführer SJP
  • Schulschachreferent Pfalz
  • Schulschachreferent SJRP
  • Vorsitzender der Schachabteilung TSG Mutterstadt
  • Jugendtrainer TSG Mutterstadt

Sonstige Tätigkeiten

Seit fünf Jahren spiele ich aktiv Tischtennis beim TTC Oggersheim – nach Schriftführer bin ich dort seit zwei Jahren auch noch 1.Vorsitzender

Seit fünf Jahren betreue ich unsere Schulmannschaften bei „Jugend trainiert für Olympia“

in den Sportarten Handball, Tischtennis, Tennis, Gerätturnen, Judo und natürlich Schach.

Sowohl mit unseren Handball-Mädchen als auch unseren Schachmädchen erreichten wir 2003 und 2004 das Bundesfinale.

Anekdoten

  1. 1973 verpasste ich wegen meiner Schachaktivitäten die Bewerbung für einen Studienplatz in Biologie, worauf ich ein weiteres Jahr vorwiegend im Mainzer Schachcafe verbrachte und nur wenig Chemie studierte. Dort traf ich auch fast täglich den Studenten Jens Beutel, der heute Mainzer Oberbürgermeister ist
  2. Im Februar 1974 flog ich für 10 Tage nach Las Palmas zu einem Schach-Open, wovon meine Eltern gar nichts wussten, mich beim Studieren in Mainz vermuteten. Dort durfte ich zweimal gegen Dr. Robert Hübner im „Blitz-Simlutan an drei Bretter“ antreten.
  3. Mein Hochzeitstermin mit Bärbel: 20.12.1980 – es war das einzige schachfreie Wochenende in diesem Jahr
  4. Die Frage „wie war die Hochzeitsnacht ?“ beantwortete ich: „prima, ich habe keine einzige Partie gegen sie verloren ....
  5. Wir könnten mal an den Thuner See fahren“, lud ich Bärbel mal zu einem spontanen Urlaub ein. Das fand sie eine prima Idee, bis sie vor Ort gleich zahlreiche Schachspieler antraf – dass ein Turnier dort stattfindet, hatte ich ihr vorher verschwiegen.
  6.  Bei einer Fahrradtour durch Frankreich saß ich mit Bärbel an einem Straßencafe inBordeaux. Als sie zur Toilette ging, sah ich nebenan ein Turistenbüro. Ich nutzte dieZeit, um mich nach dem Schachclub zu erkunden.Anschließend machten wir einen Stadtbummel, bei dem ich schnurstracks ein altes Haus ansteuerte und dort hineinging. „Was willst du denn hier ?“ Im zweiten >Stock machte ich eine Tür auf – es saßen ca. 10 Spieler an den Brettern. Ich schickte Bärbel zu einem nahen Museum – und organisierte bei den Franzosen ein Blitzturnier.

Weitere highlights

Mit Waldemar Bentz (Juliana Baron, Monika Christ, Claudia Bentz) fuhr ich zu zwei sehr erfolgreichen deutschen Mädchenmeisterschaften, mit der Jugendländermannschaft war ich bei Deutschen Ländermannschaftsmeisterschaften, mit der Schule und mit Vereinsmannschaften zu einigen weiteren Deutschen Meisterschaften

Wie ich mich charakterisieren würde:

Leidenschaftlich, direkt, hart in der Diskussion, nicht nachtragend oder beleidigt bei Niederlagen, fast immer gut gelaunt, gerechtigkeitsfanatisch

Funktion im Verein heute

Spieler, Vorsitzender, Kassenwart, Turnierleiter, Jugendleiter, Pressewart, Mannschaftsführer, Materialwart, Getränkewart – alles in einer Hand seit mehr als 20 Jahren

Seit dieser Zeit gab es weder Wahlen noch Sitzungen für diese Ämter – Beschwerden im Verein gab es nie

Wie erhoffe ich mir mein Lebensende?

Gott wird einmal in einem Turnier zu mir sprechen und sagen: lieber Günter, du wirst das Matt noch sehen, aber du wirst es nicht mehr geben können ....

Liebe Schachfreunde,

mit der Verleihung der dritten und letzten Ehrenmitgliedschaft am heutigen Tage möchte die Schachjugend Rheinland-Pfalz die Leistungen eines Mannes würdigen, der über Jahrzehnte hinweg die Geschicke des Schachbundes Rheinland-Pfalz,
und damit auch indirekt die der Schachjugend bestimmt hat.

 


Lieber Günther,

 

wollte man all deine Verdienste für den Schachsport in Rheinland-Pfalz heute hier aufzeigen, dann würde dies den Rahmen dieser Jugendversammlung sprengen.

Ich möchte mich deshalb auf 2 Begebenheiten beschränken,
die ich zusammen mit dir erleben durfte,

die aber auch gleichzeitig deutlich zeigen,
wie sehr du in all den Jahren mit der Schachjugend verbunden warst.

Als ich im Jahre 1993 den Vorsitz der Schachjugend übernommen hatte,

wollte ich 2 Dinge ändern:

  • zum einen die Organisation und Durchführung der Kaderschulungen
  • zum anderen eine Strukturreform einleiten

die nach meiner festen Überzeugung auch heute noch dringend notwendig wäre.

 

Die Übergabe der Kaderschulungen vom Schachbund an die Schachjugend konnte ich mit deiner Hilfe erreichen, wie es letztendlich dazu gekommen ist, möchte ich kurz wiedergeben.

In meiner Laudatio für Viktor Wiens habe ich das damalige Problem der Spitzensportförderung in unserem Lande schon angesprochen.

1993 waren die Kaderschulungen ein fester Bestandteil des Schachbundes, genauer gesagt, eine heilige Kuh, die vom Landesspielleiter Reinhold Kasper behütet und geschützt wurde.

Nachdem mich Viktor von der Notwendigkeit einer Kaderreform überzeugt hatte,
habe ich dir mein Anliegen in einem vertraulichen Gespräch mitgeteilt.

An deine Antwort kann ich mich noch gut erinnern.

Lieber Horst,
du hast meine volle Unterstützung, aber glaube mir, es wird nicht einfach,
denn Reinhold lässt sich nichts wegnehmen.
Damit das Vorhaben gelingen konnte, musste ich den sachlichen Argumenten,
die mir von Viktor geliefert wurden, einen weiteren Aspekt hinzufügen.

Dies gelang mir mit der Kostenfrage.

Dazu muss man wissen, dass zur damaligen Zeit die Kaderschulungen noch in

First-Class-Hotels abgehalten wurden und der Schachbund dafür zirka 20 000.- DM bereitstellte.

Die Schachjugend wollte zukünftig die Schulungen in Jugendherbergen durchführen,
was einer Kostenreduzierung von 50% gleich kam.

Diese Tatsache war aus meiner Sicht ein gutes Argument.

Nun war ich für die Präsidiumssitzung in Ploch gut vorbereitet.

Nach den üblichen Vorträgen der einzelnen Präsidiumsmitglieder,
war die Schachjugend an der Reihe.

Reinhold Kasper wurde bei meinem Vortrag immer blasser, als ich fertig war,
war es zunächst ruhig im Saal, bis Günter Müller in seiner gemütlichen, rheinländischen Art zu Reinhold Kasper sagte:

Na Reinhold, was sagst du dazu?

Alles Quatsch. Nicht durchführbar.

An diese Worte von Reinhold kann ich mich noch sehr gut erinnern.
Ich habe dennoch nicht aufgegeben,
und mit Hilfe von Günther Müller, Wolfgang Spitz und Achim Schmitt
wurden noch im selben Jahr, der Schachjugend die Kaderschulungen übertragen.

Unser zweites gemeinsames Ziel, lieber Günther,

die Umstrukturierung des Schachsportes in Rheinland-Pfalz

können wir zu Lebzeiten leider nicht mehr verwirklichen.

Diese Aufgabe wollen wir anderen Generationen überlassen.

Vielleicht können wir beide einmal aus himmlischen Gefilden zusehen,

wie unser Traum auf Erden erfüllt wird.

Lieber Günther,

mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft möchte die Schachjugend dir ihren
Dank und Anerkennung aussprechen.

Dank und Anerkennung für deine Verbundenheit mit der Landesschachjugend über viele Jahrzehnte hinweg.

Ebenso Dank und Anerkennung für dein jederzeit loyales Verhalten gegenüber den Verantwortlichen der Jugendorganisation.
Und nicht zuletzt Dank und Anerkennung für dein Engagement zum Wohle des Schachsportes in unserem Bundesland.

Lieber Günther,

die Schachjugend wünscht dir und deiner Familie in der anschließenden, schachlosen Zeit alles Gute, Gesundheit.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du als Ehrenmitglied auch in Zukunft,
an unseren Jugendversammlungen teilnehmen könntest.

Nochmals alles Gute und vielen Dank für alles.

Horst Ormersbach, Ehrenvorsitzender SJRP
Schifferstadt, September 2004

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