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Zwei Mannschaften, ein gemeinsamer Schachgeist

Zeitraum 07.–12.10.2026
Ort Duderstadt, Ferienparadies Pferdeberg
Mannschaftsfoto Rheinland-Pfalz I bei der DLM 2026
Rheinland-Pfalz I: Die Auswahl um die Betreuer Andrey Dubkov und Sergey Galdunts erreichte Platz drei. Foto: Deutsche Schachjugend.

Ein zweites Team mit drei saarländischen Nachwuchsspielern zeigt, wie lebendig die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg sein kann.

Duderstadt, Oktober 2026. Vom 7. bis 12. Oktober trafen sich im Ferienparadies Pferdeberg in Duderstadt 18 Auswahlmannschaften zur Deutschen Ländermeisterschaft (DLM). In sieben Runden Schweizer System wurde an acht Brettern um Mannschaftspunkte gekämpft. Rheinland-Pfalz war gleich doppelt vertreten: mit einer eigenen ersten Mannschaft und einer zweiten Auswahl, die durch drei junge Spieler aus dem Saarland verstärkt wurde.

Rheinland-Pfalz I: Bronze nach starkem Endspurt

Zehn Jahre nach dem letzten dritten Platz, damals 2016 mit einer Mannschaft unter anderem um Vincent Keymer und Johannes Carow, gelang Rheinland-Pfalz erneut der Sprung aufs Podium. Die von Andrey Dubkov und Sergey Galdunts betreute Auswahl erreichte mit zehn Mannschaftspunkten und 31,5 Brettpunkten den dritten Platz hinter Nordrhein-Westfalen (12 Punkte) und Hessen (11 Punkte).

Der Weg dorthin war keineswegs geradlinig. Nach der zweiten Runde musste die Auswahl eine 2,5:5,5-Niederlage gegen den späteren Meister Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Nach fünf Runden lag das Team noch auf dem sechsten Platz, bewies aber im Finale seine Qualität: Auf einen klaren 6,5:1,5-Sieg gegen Hamburg folgte ein 5,5:2,5 gegen Mecklenburg-Vorpommern. Damit war der Podestplatz gesichert.

Die Bronzemedaille ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern zugleich ein starkes Signal für die Nachwuchsarbeit im Landesverband.

Rückblick 2016: Die Bronze-Mannschaft vor zehn Jahren

Brett Spieler/in Elo 2016
1 Johannes Carow 2416
2 Vincent Keymer 2402
3 Julius Muckle 2196
4 Pascal Karsay 2085
5 David Musiolik 1771
6 Estelle Morio 1820
7 Theresa Reitz 1815
8 Katharina Bohrer 1110

Historische Mannschaftsaufstellung und damalige Elo-Zahlen. Quelle: Sergey Galdunts, E-Mail vom 14.10.2026.

Rheinland-Pfalz II & Saarland: Gemeinsam an den Brettern

Ein zweites Team setzte einen anderen, nicht weniger wichtigen Akzent: Drei saarländische Nachwuchsspieler ergänzten die rheinland-pfälzische Auswahl. Betreut wurde die Mannschaft von Dr. Mario Ziegler und Runa Schröder. Die Kooperation ermöglichte weiteren Jugendlichen die Teilnahme an einem anspruchsvollen bundesweiten Mannschaftsturnier und unterstrich den engen Zusammenhalt beider Bundesländer.

Als Nummer 17 der Startrangliste mit einem DWZ-Schnitt von 1869 an den ersten acht Brettern ging die Mannschaft gegen teilweise deutlich stärker bewertete Teams ins Rennen. Bereits in Runde zwei gelang ein 4:4 gegen Schleswig-Holstein. In der sechsten Runde folgte mit einem 4,5:3,5 gegen Thüringen II & Baden II der erste Mannschaftssieg. Am Ende standen drei Mannschaftspunkte, 21 Brettpunkte und Platz 17.

Besonders erfolgreich punktete Ella Reuber mit fünf Zählern aus sieben Partien. Liam Maddox Schröder, Jahrgang 2015 und damit einer der Jüngsten im Team, erzielte 3,5 Punkte. Auch Svetlana Manukyan kam auf 3,5 Zähler. Die individuellen Ergebnisse zeigen, dass sich hinter der Platzierung zahlreiche starke Leistungen und persönliche Entwicklungsschritte verbergen.

Mannschaftsfoto Rheinland-Pfalz II & Saarland bei der DLM 2026
Rheinland-Pfalz II & Saarland: Gemeinsam spielten Jugendliche beider Bundesländer bei der DLM 2026. Foto: Deutsche Schachjugend.

Mehr als das Ergebnis auf der Anzeigetafel

Die DLM ist ein besonderer Wettbewerb: Mädchen und Jungen verschiedener Altersklassen bilden gemeinsam ein Team. Zwischen Vorbereitung, Partien und Analysen erleben sie, wie wichtig gegenseitiges Vertrauen ist. Sie teilen Freude über Siege und Enttäuschung über Niederlagen, helfen einander nach verpassten Chancen und wachsen in die Verantwortung für eine Mannschaft hinein.

Gerade bei der zweiten Auswahl war dieser Zusammenhalt spürbar. Auch wenn nicht jede Partie nach Wunsch verlief, unterstützten sich die Spielerinnen und Spieler gegenseitig und entwickelten über die Turniertage hinweg ein bemerkenswertes Mannschaftsgefühl. Solche Erfahrungen lassen sich nicht in Mannschaftspunkten messen. Sie sind für die persönliche und sportliche Entwicklung junger Menschen von besonderem Wert.

Nachwuchsförderung über Landesgrenzen hinweg

Die beiden Teams standen für unterschiedliche sportliche Ausgangslagen, aber für eine gemeinsame Idee: Talente brauchen Spielpraxis, verlässliche Begleitung und Gelegenheiten, sich auf hohem Niveau zu erproben. Die Zusammenarbeit von Rheinland-Pfalz und Saarland zeigt, wie Landesverbände durch gemeinsames Handeln zusätzliche Perspektiven schaffen können. Um diese Arbeit nachhaltig zu stärken, sind qualifizierte Trainer, kontinuierliche Förderung und finanzierbare Turnierteilnahmen unverzichtbar.

So bleibt von der DLM 2026 zweierlei in Erinnerung: eine verdiente Bronzemedaille für Rheinland-Pfalz I und ein gemeinsames Team, das den partnerschaftlichen Gedanken des Jugendschachs lebendig werden ließ. Medaillen sind wertvoll - Teamgeist, Freundschaften und gemeinsam gemeisterte Herausforderungen wirken oft weit über die 64 Felder hinaus.

Text: Runa Schröder. Quelle: Deutsche Schachjugend, offizielle DLM-Ergebnisse und Mannschaftsaufstellungen: www.deutsche-schachjugend.de/2026/dlm/. Fotos: Deutsche Schachjugend.